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Cumbersome

Music

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Album:
Released: Jan 1, 2009
Label:

Welcome to the good life

Das aktuelle Album:

1. Welcome to the good life
2. Decoration fades
3.Starter Kit
4. What you seed is what you get
5. Feed the flame
6. Anxious little sister
7. What I hold in hand
8. Magnet
9. Not a test
10. The quest for bliss

Reviews

Was macht man, wenn man in den 90igern musikalisch sozialisiert wurde und heute kein Retro machen möchte? Man mischt einfach alles zusammen und kreiert etwas Eigenes daraus.Und genau das ist CUMBERSOME aus Haltern mit „Welcome To The Good Life" gelungen.
Nachdem man das Intro zum Albumopener mit leicht hochgezogenen Augenbrauen (irgendwas klingt am Gesang doch etwas seltsam) abgesegnet hat, erinnert die Band doch stark an MUSE (ohne den Eierkneifer-Gesang allerdings) zu Zeiten, als sie noch nicht mit Bands wie RADIOHEAD um den Innovationspreis wetteifern mussten, sondern einfach nur verdammt gute Songs geschrieben haben: gute Melodie und wirklich klasse Riffing. Allerdings kann man bei dem MUSE-Vergleich nicht stehenbleiben.
Der Gesang wird mal härter, mal werden die Songs grungiger, und mir fallen zum Beispiel SILVERCHAIR zu „Neon Ballroom"-Zeiten ein. Dann darf auch mal etwas Punk und Hardcore in den Vordergrund treten, und bei „Feed The Flame" geht es dann sogar radiotauglich mit Gute-Laune-Hook. Überhaupt ist einer der Stärken der 2002 gegründeten Band ihre Vielseitigkeit und der Fakt, dass sie die Stile auch rüberbringen können, an denen sie sich bedienen: sowohl vom Songwriting als auch von der Technik her. Und obwohl ich sie schon eher in den Alternative Rock-Bereich stellen würde, kann man ihnen anhören, dass sie dem Punkrock und Hardcore nicht ganz abgeneigt sind (ich höre unter anderem auch leichte MY CHEMICAL ROMANCE-Referenzen zur "Black Parade"-Phase). Ab und zu gibt es hier sogar astreine Posthardcore-Elemente!
Zwar ist der Gesang, wie erwähnt, ab und zu etwas gewöhnungsbedürftig, dafür bietet der Silberling aber großes Tennis auf relativ wenig ausgelatschten Pfaden, da sie tatsächlich nicht ganz so leicht zu verorten sind. Da muss eine Menge Herzblut dabei sein. In den 90igern hätte ich den ein oder anderen Song gerne mit einem Video auf MTV gesehen. Heute senden die ja nur noch Playboy-Bunnys und anderen Schrott...

BURN YOUR EARS; Autor: Kai Thonemann



Der erste Automatismus beim Hören von CUMBERSOME war, dass der Lautstärkeregler für mehr Bombast sorgen durfte. Eigentlich ein gutes Zeichen, denn der Opener, der den Namen des Albums trägt ist die handwerklich beeindruckende Schnittmenge aus einem frühen FAITH NO MORE-Song und einem aktuellen MUSE- oder QUEENS OF THE STONE AGE-Track. "When Decoration Fades" erinnert dann eher an LINKIN' PARK, während "Starter Kid" in die BILLY TALENT-Richtung geht.
All diese Einflüsse sind aber sehr gut in den eigenen Stil der Band aus Haltern am See integriert und zeigen eher die Sozialisation, als dass sie der Versuch wären schnell an Ideen zu kommen. Aufnahme und Artwork sind professionell, die Gitarren meist runtergestimmt, in "Feed The Flame" versucht man sich erfolgreich an melodischem Tandemgesang, während die Gitarren mit Powerchords in der Tradition von FAR das Fundament für den radiotauglichen Song legen.
Die Tendenz der Texte geht ins Kryptische, um sind auch bei näherer Untersuchung nicht unbedingt leichter zu entschlüsseln. Insgesamt also ein recht komplexer Brocken, den man aber auch einfach emotional angehen kann und als gutes Indierock-Album von Anfang bis Ende durchhören wird.
Von CUMBERSOME hat man bestimmt nicht das letzte Mal gehört und wer von "Welcome To The Good Life" ebenso begeistert ist wie ich, kann sich ja noch das Debüt "Some Bloomy Diary Nightmare Called Reality" von 2006 holen.
(33:14)(7)

WITH LOVE, THE UNDERGROUND; Autor: Thomas Eberhardt



Mit "Welcome To The Good Life" legt die aus Haltern am See stammende Band CUMBERSOME ihre vierte Veröffentlichung in Eigenregie vor. Seit der Gründung im Jahr 2002 hat der Vierer es bereits zu einer EP und zwei Alben gebracht und scheint unbeirrt auf dem richtigen Weg.
"Welcome To The Good Life" beginnt noch ruhig und erweckt anfangs den Eindruck, keiner Fliege etwas antun zu können. Doch schon nach zwei Minuten ist Schluß mit dem Versteckspiel, die Instrumentalisten drehen auf und Sänger Niklas steigert die in die Stimme gelegte Kraft.
Der erste Eindruck platziert die Band irgendwo zwischen Billy Talent und Lost Prophets; ein guter Mix. Besonders die ausgefeilte Gitarrenarbeit fällt direkt auf und gefällt. CUMBERSOME, komplettiert durch Gitarrist Jochen, Basser Marcel und Drummer Timo, ist anzuhören, dass sie nicht erst seit gestern gemeinsam musizieren, oder ihre Instrumente gar aus modischen Gründen umhängen haben.
Als eine Mischung aus Punk und Rock, beziehungsweise Rock und Punk bezeichnet das Quartett den eigenen Sound und so ungenau diese Bezeichnung auch sein mag, so treffend ist sie.
Songs wie 'Decoration Fades' sind eher Massive aus Rock mit einem mitreißenden Refrain, während ein 'Anxious Little Sister' die Punk-Wurzeln der Truppe erahnen lässt. Der Kunstgriff besteht darin, dass CUMBERSOME diese Vielfalt zu einem eigenen Ganzen verarbeiten und unterhaltsame 33 Minuten Spielzeit produzieren. Hier stimmen sowohl Sound als auch Präsentation, die Songs sind vielseitig und stimmig im Gleichklang. Gut gemacht.

MUSICSCAN; Autor: Dominik


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